Ist nicht interessant: Je mehr Kommunikationsmöglichkeiten wir haben, desto weniger kommunizieren wir direkt und persönlich miteinander. Unser Smartphone, die sozialen Netzwerke und Plattformen – sie sollten doch eine Bereicherung für unser Leben sein. Aber in Wirklichkeit gerät die menschliche Verbindung immer mehr in Vergessenheit. So erlebe ich es immer wieder, dass ich meine lieben Mitmenschen mit einer direkten Frage regelrecht erschrecke. Kürzlich habe ich sogar von einem Kollegen mit einer einfachen Frage völlig irritiert. „Wie geht es Dir?“  „Warum sollte es mir denn schlecht gehen?“ Er konnte es wohl nicht fassen, dass sich jemand für ihn interessiert. protestierte er regelrecht. So viel Aufmerksamkeit war er wohl nicht gewohnt.

Dies ist sicherlich der Grund, dass das Eye-Contact-Experiment bei vielen Leuten eine derart emotionale Reaktion auslösen kann. Der direkte Kontakt mit einem anderen Menschen, durch den man sich einfach verbindet, kann sehr ungewohnt sein. Dabei ist dies der Beginn jeder Kommunikation: Man stellt eine Verbindung her! Verbindung ist ver-bind-lich, für den Augenblick jedenfalls. Wir erleben das doch jeden Tag: Jemand wirft uns wortlos einen Berg Arbeit auf den Tisch und wir fragen uns im Stillen: „Geht das nicht vielleicht etwas herzlicher?“ Dabei ist es nicht wirklich mühsamer, verbind-lich zu kommunizieren. Aber warum fällt es vielen von uns so schwer? Weil wir es nicht von unseren Eltern nicht gelernt haben? Das ist sicherlich oft der Fall, bringt uns aber nicht weiter. Liegt es am Stress? Puh, mal ehrlich – können wir uns den Alltag nicht öfter mal einfacher machen? Mein Tipp dazu: Einfach mal innehalten. Schenkt mal den ganz alltäglichen Dingen in Eurer Umgebung etwas Aufmerksamkeit. Dem Sonnenuntergang über Frankfurts Skyline. Dem Banker, der wohl gerade seinen Sohnemann zum Kindergarten bringt. Und lasst Euch überraschen!