Ist Ihre Beziehung langweilig geworden?

Ist aus der Begeisterung für einander Routine geworden?  Sie fahren von der Arbeit nach Hause und er oder sie ruft an und alles, worüber Sie sprechen, ist das Abendessen.

Wie konnte das passieren, dass der Alltag die Leidenschaft derart verschluckt hat?

Was hat sich nur verändert? Was fehlt? Ihr Partner ist doch noch die gleiche Person, in die sie Sie so verliebt waren. Und jetzt das Zusammenleben ist so aufregend wie Socken kaufen.

Das gewisse Etwas fehlt in der Beziehung.

Nein, es ist nicht die Liebe. Liebe ist etwas, das man nicht einfach „herstellen“ kann. Aber man kann etwas dafür tun. Pflanzen brauchen den Dünger um zu gedeihen. Beziehungen brauchen Aufmerksamkeit.

Was eine Beziehung lebendig hält, die Arbeit mit den Kollegen interessant und das Leben viel leichter macht, ist Aufmerksamkeit!

Im Berufsleben ist es kaum anders. Ich kam kürzlich zum Arbeitsplatz und begrüßte meine Kollegin mit einem ganz normal- freundlichen  „Guten Morgen“. Keine Antwort. Ich probiere es einfach nochmal: „Guten Morgen! Dann kam doch noch eine Art Antwort: „Morng“, kaum hörbar, den Blick konsequent abgewandt .

In der Extremform von Nichtaufmerksamkeit kennen das als eine Form von Mobbing: Der unbeliebte Kollege wird mit Missachtung gestraft.

Wenn Sie das oft genug in einer Beziehung machen, wird sie das killen. Er:„Weißt Du, was mein Chef ….“

Sie:„Was ist das denn für ein Fleck auf Deinem neuen Hemd?“

Er:„Ich ziehe mich um, dann gehen wir essen.“

Zurück bleibt bei beiden ein „Was-war-das-denn?“ Unaufmerksam! Keine Kommunikation wird ohne Aufmerksamkeit funktionieren!

Nichtaufmerksamkeit vertrocknet jede Beziehung wie

Meine Tochter ist gnadenlos, wenn sie merkt, dass ich unaufmerksam bin. Wir sind auf der Autobahn, sind spät dran, es ist ein Sauwetter. Sie erzählt mir, was Anton aus dem Hort wieder angestellt  hat und – ich habe gerade die Ausfahrt verpasst, so ein Mist. Sie merkt, dass ich ihren Erzählungen nicht folgen kann: „Papa, hörst Du mir überhaupt zu?“ „Nein, ich habe jetzt NICHT zugehört!“

Was muss ich also tun? Im Grunde gar nicht schwer. Mal Blickkontakt suchen – bitte nicht zum Rücksitz bei der Fahrt auf der Autobahn, das weiß meine Tochter jetzt auch. Aufmerksamkeit schenken. Smartphone beiseite legen, auch mal klingeln lassen und dem andern zuhören. Ausreden lassen und dann eine Antwort geben oder bestätigen.

Für einen Augenblick steht steht die Zeit still und Ihr Gegenüber bekommt die volle Aufmerksamkeit.

Klingt unspektakulär? Ist es auch! Einfach mal ausprobieren. Nur durch Aufmerksamkeit kann man sich mit anderen Menschen verbinden und das ist der Grund, warum es das Wertvollste auf der Welt überhaupt ist. Denn niemand möchte isoliert sein. Aufmerksamkeit schafft Verbindung. Verbindung schafft Kommunikation. Am besten im Hier und Jetzt. Und ohne Kommunikation geht gar nichts.

„Was ist mit der menschlichen Verbindung geschehen? Finden Sie es in einer Minute heraus“ war das Motto der des Eye Contact Experiment, mit der sie auf die Straße gingen. Was dort in nur einer Minute geschah, hat mich ungeheuer beeindruckt. Nach nur einer Minute Blickkontakt kamen einigen Leuten die Tränen, andere umarmten sich. Und das „nur“, weil sie sich durch Aufmerksamkeit mit einem anderen verbunden haben.

Am besten beginnen Sie jetzt gleich damit und schenken Sie einigen Dingen in Eurer Umgebung Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt, die genau betrachtet erst ihren Zauber entfalten. Das Lächeln der alten Dame in der U Bahn. Der Sonnenuntergang über der Skyline von Frankfurt. Zauberhaft.

Wenn Sie Eurem Gegenüber etwas Aufmerksamkeit schenken, könnten ganz wunderbare Dinge geschehen.

Zur Verbesserung jeder Beziehung können Siedabei so vorgehen:

  1. Wenden Sie sich der Person zu, bevor Sie etwas zu Ihr sagen. Der Grund dafür ist ganz einfach und einleuchtend: Man hört besser. Man sieht an der Reaktion, ob die Kommunikation an. Man verbindet sich miteinander.
  2. Finden Sie etwas , das Ihr an Eurem Gegenüber mögen. Das kann etwas sein, das Sie anziehend an der anderen Person findet, eine Eigenschaft, die Ihr bewundert, oder irgend etwas, das Ihr gern habt.  Wenn Sie gerade mit der Person auf irgend eine Weise auf Kriegsfuß stehen, gehen Sie anders vor:
  3. Finden Sie etwas, das Sie und die andere Person gemeinsam haben. Mögen Sie die gleiche Schokolade? Kommen Sie aus der gleichen Stadt? Es kann ganz banal sein, es geht um das Schaffen von Gemeinsamkeiten als Grundlage für etwas Konversation. Auch nach Jahren in einer Beziehung kann man immer wieder Neues am andern entdecken.
  4. Sprechen Sie über etwas, das Sie beide interessiert (siehe 2.) Stellen Sie Fragen oder machen Statements dazu, das ist egal.
  5. Machen Sie deutlich, dass Sie eine Kommunikation angenommen haben. Schenken Sie Aufmerksamkeit, es kostet nichts, es sei denn, sie fehlt. Beispiel: „Das ist eine schöne Kette“. Antwort: „Danke. Das ist auch mein Lieblingskette. War ein Geschenk meiner Mutter.“ Natürlich kann es auch eine einfache Bestätigung sein: Danke, OK, Ja, Nein, oder was auch immer. Aber wenn Sie gar nicht antworten, riskieren Sie Schwierigkeiten.  Denn die Kommunikation wurde möglicherweise nicht angenommen. Beispiel gefällig?  Person A:  „Kannst Du den Kunden anrufen, der die letzte Lieferung reklamierte? Er ist stinksauer“ Person B „Ich muss mich dringend um die Bestellungen kümmern. Bitte mach Du das.“ Person A arbeitet schweigend weiter. Person A, eine Monat später: „Der Kunde mit der Reklamation will jetzt Schadensersatz! Hier ist das Schreiben von seinem Anwalt! Warum hast Du ihn nicht angerufen?“ Person B: „Ich dachte dass Du ihn anrufst.“ Person A: ICH habe Dir gesagt, DU sollst ihn anrufen!!!“ Kommt Ihnen das bekannt vor?

Fazit: Ihre Beziehung ist immer nur so gut wie Ihre Kommunikation. Kommunikation funktioniert nur durch Aufmerksamkeit. Verstärken Sie Gemeinsamkeiten und konzentrieren Sie sich auf Dinge, die Sie am andern mögen. Beantworten Sie jede Kommunikation.

Bitte schreiben Sie mir, ob es etwas gebracht hat. Ich freue mich über Ihre Kommentare.

Das Thema Persönlichkeitsentwicklung begleitet mich schon seit meinem 18. Lebensjahr. Ich wollte unbedingt mehr über darüber zu erfahren, was den Menschen antreibt und was ihn davon abhält, glücklich und erfolgreich zu sein. Darum habe ich mich auf die Suche begeben und viele wissenschaftliche und esoterische Methoden untersucht. Vieles war logisch und sinnvoll, aber es gab keine praktische Ableitung zur Umsetzung. Andere Methoden bestanden in praktischen Übungen, sie hatten aber keine solide theoretische Basis. Durch einen Zufall wurde ich endlich fündig. Ich entdeckte ich eine Gruppe in Frankfurt-Sachsenhausen, die in einer Mietwohnung Kurs zur Persönlichkeitsentwicklung gab. Das Angebot war vielfältig und spannend. Ich entschied mich für einen Kommunikationskurs und das war für mich der Durchbruch. Weitere Kurse folgten und bald wurde ich selbst zum Trainer ausgebildet. Nun arbeite ich schon seit 1994 aktiv als Trainer für Kommunikation und Life Coach.